KI & Marketing. Erklärungen, Ideen & Gedanken.

Die rote Linie: Welche Marketing-Aufgaben du an KI delegieren darfst (und welche Chefsache bleiben).

„Wenn KI jetzt Texte schreiben, Bilder machen und sogar Videos schneiden kann – brauche ich mich dann überhaupt noch mit Marketing zu beschäftigen?“

Vielleicht hat dich das auch schon mal beschäftigt. Einerseits hörst oder liest du überall, dass die KI Content in Sekunden produziert, und immer mehr Tools versprechen dir mit ihren KI-Funktionen alles Mögliche auf Knopfdruck.

Andererseits willst du nicht, dass dein Marketing klingt wie bei allen anderen. Du möchtest schon einen eigenen Stil, eine eigene Note haben und sowohl von deinen potenziellen Kunden, als auch von den Suchmaschinen als kompetent wahrgenommen werden.


Du bist damit nicht allein. In aktuellen Umfragen sagen inzwischen rund neun von zehn Marketer:innen, dass sie generative KI bereits regelmäßig im Alltag einsetzen – viele berichten von messbaren Effizienzgewinnen, aber gleichzeitig von Unsicherheit, wie sie das alles in eine stimmige Marketingstrategie einordnen sollen. (Quelle: SEO.com / AI Marketing Statistics 2025 – Zusammenfassung mehrerer Studien zur Nutzung von GenAI im Marketing).


In diesem Beitrag schauen wir uns ehrlich an:

  • Welche Aufgaben die KI dir im Marketing wirklich abnehmen kann
  • Wo du unverzichtbar bleibst – gerade als Coach oder Berater:in
  • und wie du beides so kombinierst, dass dein Marketing leichter wird, aber nicht beliebig.

Warum diese Unterscheidung so wichtig ist.

KI ist ein Werkzeug, kein Wundermittel und kein Feind.

Das Problem entsteht, wenn wir ihr zu viel Verantwortung geben („Schreib mal mein ganzes Marketing“) oder sie verteufeln. („Das ist böse, das darf ich nicht benutzen“). Beides führt zu Stress. Denn entweder veröffentlichst du Texte, in denen du dich selbst nicht wiedererkennst, oder du machst weiterhin alles allein und bist konstant überlastet.

Der sanfte Mittelweg ist: KI übernimmt die arbeitssamen Teile, und du behältst die entscheidenden Teile. Damit das funktioniert, musst du wissen, wo die Grenze verläuft.

Aufgaben, die KI im Marketing gut übernehmen kann

Ideen sammeln & sortieren

Das Schöne ist, du musst nicht mehr mit einem leeren Blatt starten. Denn was KI hervorragend kann, sind Dinge wie Themenideen liefern („Welche Fragen haben Führungskräfte zum Thema XY?“), Überschriften-Varianten vorschlagen, Content-Ideen clustern (z. B. Grundlagen / Einordnung / Praxis / Fehler / Beispiele).

Beispiel:
Du willst über „Mitarbeiterführung“ schreiben. Statt 30 Minuten zu grübeln, fragst du die KI:
„Nenn mir 10 Punkte, die Führungskräfte beachten sollten, um ihre Teams oder Mitarbeiter effizient und respektvoll anzuleiten?“

Aber Vorsicht: Die ersten 10 Ideen der KI sind meistens die, die auch jeder deiner Konkurrenten bekommt. Frage gezielt nach: „Nenne mir 5 ungewöhnliche oder kontroverse Aspekte“, um wirklich spannenden Content zu bekommen.

Ergebnis:
Du bekommst 10 Ansatzpunkte, wählst 3–4 aus, und baust darauf deinen Artikel oder Newsletter.

Wichtig:
Die Auswahl triffst du. KI schlägt vor, du entscheidest. Das kann auch heißen, dass alles Quatsch ist und du noch einmal anfragst. Vielleicht auch statt zum Beispiel in ChatGPT auch mal bei Claude nachfragen, oder Gemini. Das ist Hilfe beim Brainstorming.

Rohtexte & Entwürfe erstellen

Die KI kann dir viel Roharbeit abnehmen, wie zum Beispiel Zwischenüberschriften oder Gliederungen, Bulletpoints für deine Landingpages oder Mails. Ein Workflow könnte so aussehen:

  1. Du definierst das Ziel: „Ich möchte einen Blogartikel schreiben, der erklärt, warum für Führungskräfte Emotionale Intelligenz wichtig ist.“
  2. Du lässt dir eine Gliederung vorschlagen.
  3. Ab hier kannst du selbst schreiben oder du bittest um Rohtexte für einzelne Abschnitte.
  4. Die musst du dann noch bearbeiten: kürzen, ergänzen, eigene Beispiele rein, Ton anpassen.

Das spart dir auf jeden Fall Zeit bei der Struktur und Energie beim „Ins-Schreiben-reinkommen“.

Aber:
Der Text ist erst dann „deiner“, wenn du ihn bewusst durch deine Hände gehen lässt. Du solltest ihn wirklich zu deinem Text machen. Es ist besser, wenig guten Content zu haben, als viele austauschbare 0815-KI-Texte.

Zusammenfassen & strukturieren

KI ist stark darin, Informationen zu ordnen, zu komprimieren, oder umzuformulieren. Das ist vor allem bei langen Texten oder vielen Quellen oder Notizen sehr nützlich. Mithilfe der KI kannst du aus einem langen Interview die wichtigsten Aussagen ziehen oder aus einem Webinar-Transkript einen Blogartikel schreiben. Oder eine Checkliste aus deinen Notizen erstellen. Und so weiter und so fort.

Das ist ideal für dich, wenn du zwar viel Material hast und tausend Ideen, es dir aber schwerfällt, das klar zu strukturieren und zu ordnen.

Content wiederverwerten (Repurposing)

Was auch sehr sinnvoll ist: Statt für jeden Kanal bei Null anzufangen, kannst du aus einem Blogartikel 3 LinkedIn-Posts, 1 Newsletter und 1 Checkliste machen (mit KI-Hilfe). Oder aus einem Newsletter eine Landingpage-Section und 2 kurze Posts. Oder was auch immer du an Content brauchst. Es macht durchaus Sinn, dein aktuelles Thema auf verschiedenen Kanälen zu veröffentlichen – immer angepasst an die jeweiligen Anforderungen.

Denn KI kann super Texte kürzen, das Format anpassen (z. B. „Mach mir daraus eine LinkedIn-Carousel-Struktur“) oder die Sprache leicht variieren. Du prüfst immer, ob das noch zu dir passt, oder ob da irgendwas steht, was du niemals so sagen würdest. Und – am wichtigsten: Ist das für deine Zielgruppe verständlich?

Kleine Bausteine: Betreffzeilen, Hooks, Zwischenüberschriften

Ähnlich wie beim Brainstorming ist KI ein Held, wenn du bei Formulierungen festhängst:

  • Betreffzeilen für Newsletter
  • Hook-Ideen für Reels oder Posts
  • alternative Überschriften („H2-Varianten“)
  • Call-to-Action-Formulierungen („Was könnten letzte Sätze sein?“)

Anstatt 20 Minuten an einem Satz zu feilen, kannst du dir einfach Vorschläge geben lassen. Entweder inspiriert dich das zu einer eigenen Variante oder du nutzt einen der Vorschläge der KI und passt ihn eventuell nur an.


All das spiegelt sich auch in den Zahlen: In einer Auswertung verschiedener AI-Marketing-Studien geben über 90 % der Marketer:innen an, dass sie mit KI schneller Inhalte erstellen können – ein Großteil sagt auch, dass sie dadurch mehr Zeit für Strategie und echte kreative Arbeit gewinnen. (Quelle: SEO.com – „AI Marketing Statistics 2025“ (Produktivitäts- und Zeitgewinn durch KI-Tools im Marketing)


Aufgaben, die KI nie komplett für dich übernehmen sollte

Jetzt zum anderen Teil der Wahrheit. Es gibt Bereiche, in denen KI dir zuarbeiten darf – aber niemals den Kurs bestimmen sollte.

Deine Positionierung & Angebote

Kein noch so guter Prompt kann entscheiden, für welche Menschen du da sein möchtest, oder welche Probleme du wirklich lösen willst oder wie dein Angebot aussehen soll, damit es für dich und deine Kund:innen stimmig ist. KI kann dir Fragen stellen, Optionen formulieren, Varianten von Nutzenversprechen generieren.

Aber sie weiß nicht, wie es sich anfühlt, mit einer bestimmten Zielgruppe zu arbeiten, was dich wirklich begeistert, und womit du langfristig leben willst. Wenn du deine Positionierung komplett an KI delegierst, bekommst du oft glatte, plausible Vorschläge – aber kein tragfähiges Business.

Strategie & Prioritäten

„Mach einfach mehr Content“ ist keine Strategie.

Du solltest dir folgende Fragen stellen:

  • Welche Kanäle sind für dein Business sinnvoll?
  • Welche Formate passen zu dir als Person?
  • Wie viel kannst und willst du realistisch leisten?
  • Wo soll dein Fokus in den nächsten 3–6 Monaten liegen?

Diese Fragen kannst nur du beantworten – eventuell im Sparring mit einem Menschen, aber nicht mit einem Tool, das deine Energie, deine Lebenssituation oder deine persönlichen Grenzen nicht wirklich kennt. KI kann helfen, Optionen zu strukturieren. Die Entscheidung, was du lässt, triffst du.

Haltung, Werte & Grenzen

Dein Marketing ist immer auch ein Ausdruck deiner Haltung und deiner Werte. Es zeigt deine Art, mit Menschen umzugehen.

Und auch hier wieder Fragen, die du dir stellen solltest:

  • Welche Versprechen möchtest du geben – und welche bewusst nicht?
  • Wie sprichst du über Transformation, Trauma, Krisen?
  • Wo ziehst du rote Linien bei „psychologischem Druck“ im Verkauf?

KI hat dazu keine eigene Ethik. Sie reproduziert Muster, die sie gelernt hat – gute und schlechte. Deshalb solltest du gerade bei Sales-Texten und emotionalen Themen immer einmal mehr hinschauen:

„Würde ich das jemandem gegenüber so sagen, wenn er mir gegenübersitzt?“

Empathie & echte Beziehung

Kein Tool sieht, wie jemand guckt, wenn er oder sie deine Worte liest. Kein Tool weiß, welche Geschichte hinter einer Anfrage steckt. Kein Tool versteht, wie sich ein Satz für eine bestimmte Person anfühlt.

Gerade als Coach oder Berater:in ist ein großer Teil deines Marketings eigentlich Vorarbeit für die Beziehung. Also Vertrauensaufbau. Denn entweder fühlen sich Menschen von dir gesehen oder nicht. Sie spüren, ob du sie wirklich verstehst, oder ob du nur etwas verkaufen willst. Denk daran, dass sie auch zwischen den Zeilen lesen.

KI kann Empathie simulieren, aber sie spürt nichts – im Gegensatz zu uns Menschen. Diese Differenz merkst du in feinen Dingen, wie den Beispielen, die du wählst, in der Art, wie du über schwierige Themen sprichst – und in dem, was du nicht sagst.


Spannend ist: Genau hier klafft in vielen Unternehmen eine Lücke. Studien zeigen, dass zwar ein Großteil der Marketing-Teams KI-Tools schon ausprobiert – aber rund 70 % der Marketer:innen berichten, dass sie von ihrem Unternehmen keine systematische KI-Schulung bekommen. Viele fühlen sich mit der Technik allein gelassen und suchen genau nach diesem „Zwischenraum“: Wie nutze ich KI sinnvoll, ohne meine Werte und meinen Stil zu verlieren?(Quellen: SEO.com – AI Marketing Statistics 2025 (fehlende Trainings & Skill-Gaps);Think with Google – „KI im Marketing: So meistern deutsche Marketer die Transformation“ (Hürden: fehlendes Know-how, Unsicherheit bei Tools))


Live-Kommunikation & Anpassung in Echtzeit

Es gibt einige Bereiche in deiner Kommunikation mit deinen Kunden, in denen die KI dir helfen kann, so zum Beispiel beim Verfassen von Mails: Sie kann dir Satzbausteine für immer wiederkehrende Mails erstellen oder bei der Formulierung von Antworten helfen. Du kannst auch einen Chatbot mit KI betreiben.

Aber in echten Gesprächen – ob im Erstgespräch, auf einer Veranstaltung, in einem Webinar – bist du als Mensch gefragt. Du hörst nicht nur was dein Gegenüber sagt, du fühlst auch. Du kannst zwischen den Zeilen lesen. Deshalb sind deine Intuition, dein Menschsein gefragt. Du entscheidest, welche Frage du vertiefst, worauf du wie eingehst und wo du sagst: „Moment, da müssen wir kurz innehalten.“ Dein Marketing hört nicht an der Website auf. Dein Umgang mit Menschen nach dem ersten Kontakt ist ein Teil davon – und den kannst du nicht an KI auslagern.

Wie du beides kombinierst: KI als Teammitglied, nicht als Chef:in

Statt „alles mit KI“ oder „nichts mit KI“ kannst du dir eine einfache Regel merken:

KI darf vorbereiten, sortieren, verdichten. Du triffst Entscheidungen, setzt Grenzen und gibst Persönlichkeit.

Ein möglicher Ablauf für einen Marketing-Baustein (z. B. Blogartikel) könnte so aussehen. So nutzt du KI als Beschleuniger – aber deine Arbeit bleibt erkennbar deine.

  1. Du definierst das Ziel
    • Thema
    • Zielgruppe
    • was sich für Leser:innen danach geändert haben soll.
  2. KI hilft dir bei:
    • Ideen (Fragen, Unterthemen)
    • Struktur (Gliederung)
    • Rohtext (Entwürfe für Abschnitte)
  3. Du überarbeitest alles bewusst:
    • streichst, was du nicht sagen würdest,
    • fügst Beispiele & Erfahrungen aus deiner Praxis hinzu,
    • passt Sprache & Ton an dich an.
  4. Du entscheidest, wo der Text hinführt:
    • Call-to-Action,
    • Einladung,
    • nächste Schritte.

Das ist genau die Anwendung meiner 10-80-10-Regel: Die KI macht die mittleren 80 % (Ideen, Rohtexte), du machst die Strategie (10 %) und die Veredelung (10 %).“

Konkrete Inspiration: Was du KI heute schon übergeben kannst

Ein kleiner Spickzettel, den du direkt nutzen kannst:

Abgeben an KI (Roharbeit):

  • Brainstorming für Blog- & Newsletter-Themen
  • Gliederungsvorschläge für Artikel, Landingpages, Workshops
  • Rohentwürfe für einzelne Absätze
  • Zusammenfassungen von Audios, Videos, Notizen
  • Umformulieren: lang → kurz, Newsletter → Post, Post → Checkliste
  • Betreffzeilen, Hook-Ideen, erste CTA-Formulierungen

Bei dir behalten (Chef:innen-Aufgaben):

  • Positionierung & Angebot
  • Fokus & Strategie
  • Tonalität & Beispiele
  • • Ethische Grenzen & Verkaufsstil
  • echte Beziehung, Zuhören, Nachfragen
  • Entscheidungen, wofür du stehen willst

Du musst nicht alles sofort umsetzen.Es reicht, wenn du dir eine Marketing-Aufgabe nimmst – zum Beispiel deinen nächsten Newsletter – und bewusst testest, wo dir KI wirklich hilft und wo du mit deinem Wissen und deiner individuellen Art und Weise das Ruder übernimmst.

Fazit: KI nimmt dir viel Arbeit ab – aber nicht die Verantwortung

KI kann dich im Marketing deutlich entlasten:

  • bei der Ideenfindung,
  • bei Strukturen,
  • bei Rohtexten,
  • bei der Wiederverwertung von Inhalten.

Sie kann aber nicht:

  • entscheiden, wofür du stehst,
  • echte Beziehung zu deinen Kund:innen aufbauen,
  • Verantwortung für deinen Stil und deine Werte übernehmen.

Gerade als Coach oder Berater:in bist du mehr als die Summe deiner Texte. Du bist deine Haltung, deine Erfahrung, deine Art, mit Menschen zu arbeiten. Wenn du KI als Werkzeug an deine Seite stellst – statt sie zum Chef über dein Marketing zu machen –, kann sie dir genau dabei helfen.

Und falls du beim Lesen gemerkt hast: „Ich würde das gern nutzen, weiß aber nicht, wie ich anfangen soll, ohne mich zu verlieren“ – dann kann dein zukünftiges Angebot oder dein Newsletter der nächste Schritt sein.

SEO ist tot? Nein. Aber das „Wikipedia-Spielen“ ist vorbei.


Schön wars mit der Ampel. Wozu jetzt noch Tools? 

Jahrelang hat SEO für viele wie ein Malen-nach-Zahlen-Spiel funktioniert. Die Ampelsysteme von Tools wie Yoast oder RankMath haben als Leitsysteme gedient, ob man SEO-technisch auf dem richtigen Weg war. Und es wurde so lange optimiert, bis die Ampel grün war. Wir haben Texte für Maschinen optimiert, nicht für Menschen.

„Das Keyword muss in die H1.“
„Das Keyword muss in den ersten Satz.“
„Die Keyword-Dichte liegt nur bei 0,5 % – schreib es öfter!“

Und lange Zeit hat Google dieses Spiel mitgespielt. Wer die Regeln befolgte, hatte gute Chancen, oben zu landen. Doch der Wind hat sich gedreht. Wenn du heute stur nach Keywords optimierst, optimierst du dich in die Bedeutungslosigkeit.

Warum? Weil eine KI diese Regeln viel besser befolgen kann als du. Sie kann in Sekunden Texte generieren, die technisch perfekt sind, aber inhaltlich leer. Und Google ertrinkt quasi in diesem „perfekten Durchschnitt“. Deshalb sucht der Algorithmus jetzt nach etwas anderem. Es nennt sich Information Gain.


Was ist „Information Gain“?

Vergiss für einen Moment alles, was du über Keywords gelernt hast. Google fragt heute nicht mehr primär: „Enthält dieser Text das Suchwort?“ Google fragt: „Bringt dieser Text etwas Neues auf den Tisch, das in den anderen 10 000 Artikeln noch nicht steht?“

Information Gain (Informationsgewinn) bedeutet: Welchen Mehrwert liefert dein Artikel über den Konsens hinaus?

Wenn du schreibst: „5 Tipps gegen Stress“ und Tipp 1 ist „Atmen“, ist dein Information Gain gleich null. Das weiß die KI schon. Das steht schon überall. Wenn du schreibst: „Warum Atemübungen bei Panikattacken oft das Gegenteil bewirken (und was ich meinen Klienten stattdessen rate)“, ist dein Information Gain hoch. Das ist der Unterschied zwischen „Commodity Content“ (Massenware) und echtem Experten-Content.

Praxis-Beispiel: Wie du Information Gain erzeugst

Die Frage, die an dieser Stelle meistens kommt: „Aber es ist doch schon alles gesagt worden! Ich kann doch das Rad nicht neu erfinden.“ Stimmt. Das Rad nicht. Aber die Fahrt damit. Es geht nicht darum, dass du neue Fakten (er)findest. Du musst Kontext hinzufügen.

Hier sind drei Wege, wie du sofort „Information Gain“ in deine Texte bringst (und damit Google glücklich machst. Denn Google liebt diese Signale, weil sie beweisen, dass ein Mensch am Werk war):

1. Die „Ich war dabei“-Karte (Experience)
KI hat keine Erlebnisse. Du schon. Die Erfahrungs- oder Erlebnisperspektive eignet sich wunderbar, um sich inhaltlich vom Einheitsbrei abzusetzen.
Beispiel:
Mit Information Gain: „In meinem letzten Team-Coaching eskalierte ein Konflikt, weil alle zu höflich kommunizierten. Hier ist, wie wir das ‚Nettigkeits-Paradox‘ gelöst haben.“
Generisch: „Konflikte im Team löst man durch Kommunikation.“

2. Die Meinung / Die These (Opinion)

KI hat keine Meinung (sie darf meistens keine haben). Du musst eine haben. Das gleiche Spiel wie unter Punkt 1. Aufgrund deiner Erfahrungen kannst du dir auch eine Meinung bilden. Das hat nichts mit richtig und falsch zu tun – es ist deine Einordnung der Fakten auf Basis erlebter Situationen. Du bist der KI haushoch überlegen.
Beispiel:
Generisch: „Es gibt verschiedene Methoden im Zeitmanagement.“
Mit Information Gain: „Warum ich meinen kreativen Klienten von der Pomodoro-Technik abrate.“

3. Mit eigenen Daten oder Zahlen arbeiten

Eine sehr simple Methode. Aber bitte realistisch bleiben.
Beispiel:
Generisch: „Viele Gründer haben Angst vor dem Scheitern.“
Mit Information Gain: „Ich habe meine letzten 50 Erstgespräche analysiert: 80 % der Gründer hatten nicht Angst vor dem Scheitern, sondern vor dem Erfolg.“

Sobald du Sätze bildest wie „Ich beobachte oft…“ oder „Meiner Erfahrung nach …“, erzeugst du Inhalte, die ChatGPT nicht halluzinieren kann.

Also brauchen wir jetzt noch Tools für unser SEO?

Ja, Tools sind immer noch nützlich. Auf jeden Fall für die technische Seite. Als Kontrollmechanismus. Aber alles, was Content, Keywords und Metadescriptions betrifft, solltest du in den Tools ignorieren.

Fazit: Mut zur Lücke (und zur Kante)

Das Zählen von Keywords ist eine Beschäftigungstherapie. Es gibt dir das Gefühl von Kontrolle, aber es reicht nicht mehr aus. Um gute Ergebnisse in der organischen Suche zu erzielen, braucht es mehr als nur eine Keyword-Optimierung.

Frag dich nicht nur: „Was wird gesucht?“ Erweitere die Frage auf: „Und was weiß ich darüber? Welche Erfahrungen habe ich gemacht? Was ist meine Meinung dazu“

Deine Website ist kein Lexikon. Sie ist deine Bühne – oder etwas weniger dramatisch formuliert, das Schaufenster zu deinem Business. Und ein Schaufenster gibt nicht nur Aufschluss darüber, welche Produkte im Laden verkauft werden – sondern verrät auch etwas über den Stil des Verkäufers, das Preisniveau, etc.

Wenn du wissen willst, wie du diese Strategie technisch umsetzt und welche Rolle KI dabei spielen darf, lies meinen Basis-Guide zum Cyborg-Prinzip.

Die große Flut: Warum dein Marketing jetzt künstlicher werden muss, um menschlich zu bleiben.

Ist dir das auch aufgefallen? So ein seltsamer, glatter Tonfall, der sich seit ein paar Monaten wie ein schmieriger Film über LinkedIn- oder Facebook-Feeds, Blogartikel und Newsletter legt. Alles ist plötzlich „bahnbrechend“. Jede Lösung ist ein „Gamechanger“. Superlative überschlagen sich, Adjektive polieren Sätze auf Hochglanz, aber wenn man am Ende eines Absatzes ankommt, hat man das Gefühl, Zuckerwatte gegessen zu haben: Süß, klebrig, aber satt ist man nicht.

Willkommen im Zeitalter der synthetischen Medien. Wir erleben gerade, wie das Internet mit Inhalten geflutet wird, deren Erstellung fast nichts mehr kostet – außer einen halbherzigen Prompt bei ChatGPT oder seinen Brüdern und Schwestern.

Für einen Onlineshop, der 5000 Schrauben beschreiben muss, ist das ein Segen. Aber für dich – als Coach, Beraterin oder Expertin – ist es die größte Gefahr, der dein Business je gegenüberstand.

Warum? Weil dein Produkt nicht aus Schrauben besteht. Dein Produkt ist Vertrauen. Deine Währung ist deine Persönlichkeit, deine Ecken, Kanten und deine ganz spezifische Sicht auf die Welt. In dem Moment, in dem deine Texte klingen wie der Durchschnitt aller Daten im Internet (und genau das ist KI: der statistische Durchschnitt), machst du dich unsichtbar. Du wirst zur austauschbaren Ware.

Bedeutet das: Stecker ziehen? Zurück zur Schreibmaschine? KI komplett ignorieren?

Nein. Das wäre genauso naiv. Wer heute versucht, Marketing und SEO komplett „zu Fuß“ zu machen, bringt ein Messer zu einer Schießerei mit. Du wirst irgendwann frustriert aufgeben.

Wir brauchen einen dritten Weg. Einen Weg zwischen totaler Verweigerung („Ich schreibe alles selbst!“) und blindem Hype („ChatGPT macht mein Marketing!“).

Ich nenne es das Cyborg-Prinzip (den Namen hat sich Gemini ausgedacht und ich fand ihn nicht nur passend, sondern auch cool). Dieser Artikel ist mein Manifest dafür. Er ist lang, er geht in die Tiefe und er ist (hoffentlich) anders als die „10 Prompts für schnellen Reichtum“-Listen, die du sonst liest.

Ich zeige dir, wie sich SEO gerade fundamental verändert, warum „Content“ wertlos geworden ist – und wie du KI nutzen kannst, um paradoxerweise menschlicher und nahbarer zu wirken als je zuvor.

Hol dir einen Kaffee. Wir müssen reden.

Das Ende der „10-Tipps-Artikel“: Warum Google die Spielregeln ändert.

Erinnerst du dich an die goldene Regel des Bloggens von 2018? Sie lautete ungefähr so: „Schreibe einen Artikel, der länger und ausführlicher ist als alles andere, was es zu dem Thema gibt. Packe das Keyword in die Überschrift, in den ersten Absatz und ein paar Mal in den Text. Dann liebt dich Google.“

Der Fachbegriff dafür ist „Skyscraper-Content“. Wir haben einfach ewig lange Texte geschrieben. Und lange Zeit hat das ziemlich gut funktioniert. Das Problem: Heute kann jeder Praktikant mit einem kostenlosen KI-Tool in 30 Sekunden einen 2000-Wörter-Beitrag schreiben. Das Internet wird gerade mit soliden, fehlerfreien, aber vollkommen durchschnittlichen Texten geflutet.

Und was passiert in der Wirtschaft, wenn das Angebot unendlich wird (weil Text nichts mehr kostet), die Nachfrage (die Aufmerksamkeit der Leser) aber gleich bleibt? Richtig: Der Preis fällt auf Null.

Der reine „Informations-Artikel“ – also Texte wie „Was ist ein systemisches Coaching?“ oder „5 Methoden gegen Stress“ – ist wertlos geworden. Warum sollte ein User auf deine Website klicken, um das zu lesen, wenn Google (oder ChatGPT oder welche KI auch immer) ihm die Antwort direkt in der Suche zusammenfasst?

Die neue Währung: Information Gain (sorry, schon wieder ein Fachbegriff)

Google ist nicht dumm. Die Suchmaschine weiß, dass sie in einer Flut aus generischem KI-Content ertrinkt. Deshalb sucht der Algorithmus verzweifelt nach einem neuen Signal. Dieses Signal heißt in SEO-Kreisen Information Gain (Informationsgewinn). Vereinfacht gesagt fragt Google heute nicht mehr: „Enthält dieser Text das Keyword?“ Sondern Google fragt: „Bringt dieser Text etwas Neues auf den Tisch, das in den anderen 10 000 Artikeln noch nicht steht?“

Für dich als Coach ist das eine radikale Veränderung – aber eine gute.

Der Unterschied zwischen „Commodity Content“ und „Information Gain“

Schau dir den Unterschied an:

Information Gain (Experten-Content)

Fazit für deine Strategie

Hör auf, Wikipedia zu spielen. Die Welt braucht nicht noch einen Artikel, der Begriffe erklärt. Die Welt (und Google) braucht deine Brille. Deine Filter. Deine Erfahrungen. Wenn du heute einen Blogartikel planst, frag dich nicht: „Was wird oft gesucht?“ Frag dich: „Was weiß ich über dieses Thema, das ChatGPT nicht weiß, weil es nicht in den Trainingsdaten steht, sondern in meinem Kopf existiert?“ Also dein Wissen, deine Expertise, deine Erfahrungen werden das sein, was dich von allen unterscheidet. Und ich bin fest davon überzeugt, dass das die einzige SEO-Strategie ist, die im KI-Zeitalter überleben wird.

Die Strategie: Sei der Architekt, nicht der Handwerker.

Viele Coaches machen bei der Nutzung von KI einen fundamentalen Fehler. Sie öffnen ChatGPT, tippen „Schreibe einen Blogartikel über Imposter-Syndrom“ und hoffen auf ein Wunder. Das Ergebnis ist textlicher Dämmstoff. Es füllt den Raum, aber es wärmt nicht.

Warum? Weil sie die KI bitten, Architekt zu sein. Sie soll die Struktur, die Idee, den Witz und die Empathie liefern. Aber das kann sie nicht. KI ist ein statistisches Modell, kein fühlendes Wesen. Wenn du hochwertiges Marketing machen willst, musst du die Rollenverteilung ändern. Cyborg-Marketing – du weißt schon … Dabei gilt die 10-80-10-Regel:

1. Die ersten 10 % gehören dir (der Architekt)

Bevor du irgendein Tool öffnest, musst du denken. Das ist der anstrengende Teil, den dir niemand abnimmt.

    • Was ist meine These? (Nicht nur das Thema, sondern meine Meinung dazu).

    • Wen will ich damit treffen? (Nicht „alle Frauen“, sondern „die Führungskraft, die sich gerade fragt, ob sie gut genug ist“).

    • Welches Gefühl soll hängen bleiben?

Erst wenn du diese Leitplanken hast, darfst du die KI füttern. Ohne Briefing ist die KI wie ein Ferrari im Leerlauf: Viel Lärm, keine Bewegung.

2. Die mittleren 80 % macht die Maschine (die Handwerker)

Jetzt kommt die Magie. Wenn dein Briefing (der „Prompt“) sitzt, kann die KI die Schwerarbeit übernehmen, für die du früher Stunden gebraucht hast:

    • Gliederungen erstellen.

    • Erste Entwürfe schreiben.

    • Gegenargumente finden (Sparring!).

    • Metaphern vorschlagen.

Hier sparen wir Zeit. Hier entsteht Masse. Aber: Dieser Text ist Rohmaterial. Er ist Baumaterial, kein Haus.

3. Die letzten 10 % gehören wieder dir (der Veredler)

Das ist der Schritt, der Profis von Amateuren unterscheidet. Du nimmst den Text der KI und gibst ihm seine Seele zurück. Du streichst die typischen KI-Floskeln („in der heutigen digitalen Welt“, „es ist unerlässlich“). Du fügst eine persönliche Anekdote ein. Du baust Ironie ein, Zweifel, echte Erfahrung.

Das Paradoxon: Indem du die KI die 80% „Fleißarbeit“ machen lässt, hast du plötzlich mehr Energie für die 20% Menschlichkeit, die früher im Stress untergegangen sind. Der Text wird also nicht schlechter durch die KI. Er wird besser – weil du endlich Zeit hast, ihn zu deinem Text zu machen.

Und noch eine Anmerkung von mir: Die 10-80-10-Regel ist unser Ideal. Manchmal ist es auch 20–60–20, wenn das Thema sehr komplex ist. Aber das Prinzip bleibt: Die Maschine macht die Masse, du machst die Klasse


Die Unabhängigkeitserklärung: Warum du dein Business nicht auf gemietetem Land bauen darfst.

Es gibt eine unbequeme Wahrheit, über die SEO-Agenturen ungern sprechen: Google schickt uns in Zukunft weniger Leute.

Der Grund dafür hat einen Namen: SGE (Search Generative Experience) oder schlicht „KI-Antworten“. Stell dir vor, ein potenzieller Klient sucht: „Wie löse ich Konflikte im Gründerteam?“ Früher hat Google ihm zehn blaue Links gezeigt. Er hat (im besten Fall) auf deinen Blog geklickt. Du hattest einen Besucher.

Morgen (und teilweise schon heute) liest die KI deinen Artikel, fasst ihn zusammen und präsentiert die Antwort direkt auf der Google-Startseite. Der Klient bekommt seine Lösung. Er ist glücklich. Aber er besucht nicht deine Website.

Wir bewegen uns in eine Ära der „Zero-Click-Searches“.

Heißt das, SEO ist sinnlos? Nein. Aber die Rolle von SEO ändert sich fundamental. Früher war SEO der Vertriebsmitarbeiter, der die Leute direkt in deinen Laden gezogen hat. Heute ist SEO eher der Plakatmaler, der dafür sorgt, dass dein Name überhaupt im Spiel ist, wenn die KI die Antworten generiert.

Das führt uns zur wichtigsten strategischen Entscheidung für dein Marketing:

Weg von der Party, rein in das Wohnzimmer

Wenn wir uns nicht mehr darauf verlassen können, dass Google uns stetig neue Besucher schickt, und wir wissen, dass Social-Media-Algorithmen (LinkedIn, Instagram) launische Diven sind, dann bleibt nur eine logische Konsequenz: Du brauchst Owned Media. Du brauchst einen Kanal, der dir gehört. Niemand kann dir deine E-Mail-Liste wegnehmen. Kein Algorithmus kann entscheiden, dass deine E-Mail heute nur an 2 % deiner Abonnenten ausgespielt wird.

Der Newsletter ist kein „Verteiler“, er ist das Produkt

Viele Coaches behandeln ihren Newsletter stiefmütterlich: „Hier ist mein neues Angebot“ oder „Hier ist mein neuer Blogartikel“. Das ist langweilig. In einer Welt, in der KI jede Frage beantworten kann, suchen Menschen nach Einordnung und Persönlichkeit. Dein Newsletter ist der Ort, an dem diese Beziehung stattfindet.

    • Social Media ist wie eine laute Party. Man muss schreien, um gehört zu werden.

    • Der Newsletter ist wie ein Gespräch in deinem Wohnzimmer. Es ist ruhig, persönlich und intim.

Deine neue Strategie: Der Trichter

Hör auf, SEO als Selbstzweck zu sehen. Deine Website hat nur noch eine einzige, glasklare Aufgabe: Sie ist das Netz, um Menschen einzufangen, die nach spezifischen Problemen suchen (via Information Gain, siehe Kapitel 2) – um sie dann sofort in dein Wohnzimmer (den Newsletter) einzuladen.

    1. Der Köder (SEO): Ein tiefgehender Artikel, der deine unique Perspektive zeigt.

    1. Der Transfer: Kein aggressives „Kauf mein Coaching“, sondern ein leiser, wertvoller Call-to-Action: „Hat dir dieser Gedanke geholfen? Ich teile jede Woche eine solche Idee in meinem Newsletter.“

    1. Die Bindung (Newsletter): Hier lieferst du Woche für Woche Mehrwert, Haltung und Einblicke.

Hier, in der Inbox, im Posteingang deines Interessenten, entsteht das Vertrauen. Und hier – nicht auf Google – wird am Ende gekauft.

Mein Rat: Verschwende keine Energie darauf, den Google-Algorithmus auszutricksen. Nutze SEO, um gefunden zu werden, aber nutze deine Persönlichkeit, um die Menschen zu halten. Besucherzahlen (Traffic) sind Eitelkeit. Abonnenten (Beziehung) sind Umsatz.

Damit die KI dich versteht: Warum Struktur wichtiger ist als Design.

Ich weiß, du bist Coach, und nicht unbedingt ein Technik-Freak. Aber wir müssen trotzdem kurz über Technik sprechen. Und zwar über die Verständlichkeit deiner Website und deines Contents für Maschinen.

Wenn eine KI (sei es der Google-Bot oder ChatGPT, der das Web durchsucht) auf deine Website kommt, sieht sie nicht dein schönes Logo oder die warmen Farben. Sie sieht Text und Code.

Früher reichte es, wenn der Mensch die Seite schön fand. Heute muss deine Seite zweisprachig sein: Sie muss zu Menschen sprechen (Emotion) und zu Maschinen (Struktur). Warum? Weil KI-Systeme faul sind. Wenn sie nicht sofort verstehen, wer du bist, was du anbietest und für wen das relevant ist, ignorieren sie dich.

Hier sind die drei Dinge, die technisch sitzen müssen (und die wir oft vernachlässigen):

    1. Strukturierte Daten (Schema Markup): Stell dir vor, deine Website ist ein Buch. Schema Markup ist der Klappentext in einer Sprache, die nur Roboter sprechen. Es sagt der KI explizit: „Dies ist kein Blogartikel, dies ist ein Kursangebot. Der Preis ist X. Das Datum ist Y.“ Ohne diese Labels muss die KI raten. Und KI rät oft falsch.

    1. Ladezeit (Speed): KI-Crawler haben wenig Zeit. Wenn deine Seite 5 Sekunden lädt, ist der Bot schon wieder weg. Eine schnelle Seite ist kein Luxus mehr, sie ist die Eintrittskarte.

    1. Klare Hierarchien: Überschriften (H1, H2, H3) sind nicht zur Deko da. Sie sind das Inhaltsverzeichnis für die KI. Nutze sie logisch, nicht nur optisch.

Mein Rat: Das sind drei Punkte, die du auch selbst regeln kannst. Wenn nicht, hol dir für die technische Seite Hilfe. Aber auch dann solltest du verstehen, was das Ziel ist. Eine hübsche Seite, die von der KI nicht gelesen werden kann, ist im Jahr 2026 ein Geisterhaus.

Darf ich das? Über Transparenz und das Hochstapler-Gefühl.

Eine Frage höre ich in meinen Beratungen immer wieder, oft leise gestellt: „Sabine, wenn ich die KI nutze, um meine Texte zu strukturieren … betrüge ich dann nicht meine Kunden? Denken die nicht, ich hätte das alles selbst geschrieben?“

Hier ist meine klare Haltung dazu: Es interessiert niemanden, wer die Tasten gedrückt hat. Es interessiert die Menschen, wer den Gedanken hatte. Wenn du einen Ghostwriter beauftragst, der deine Ideen in schöne Worte verpackt, fühlst du dich auch nicht als Betrüger. Du bist der Urheber der Idee. Die KI ist dein digitaler Ghostwriter.

Aber: Sei ehrlich. Wir rutschen in eine Welt, in der wir nicht mehr wissen, was echt ist. In dieser Welt wird Wahrheit – das ist vielleicht ein zu großes Wort –, ich sage mal lieber Wahrhaftigkeit, zum Alleinstellungsmerkmal. Ich empfehle meinen Kunden einen offensiven Umgang damit:

    • Versteck dich nicht. Sag ruhig: „Ich habe ChatGPT genutzt, um diesen komplexen Sachverhalt zusammenzufassen, aber die Beispiele stammen aus meiner Praxis.“

    • Oder am Ende eines Artikels: „Erstellt mit Köpfchen, Herz und ein bisschen KI-Hilfe.“

Das schwächt deine Autorität nicht. Im Gegenteil: Es zeigt, dass du modern arbeitest, aber deine Integrität behältst. Coaches, die so tun, als würden sie alles „handklöppeln“, obwohl jeder die KI-Floskeln riecht, verlieren Vertrauen.

Die Zukunft gehört den Mutigen (und den Echten).

Wir haben viel besprochen.

    • Dass der generische „Content-Tsunami“ alte SEO-Strategien wegspült.

    • Dass Information Gain (deine echte Erfahrung) die neue Währung bei Google ist.

    • Dass du die 10-80-10 Regel nutzen solltest, um Architekt deiner Inhalte zu bleiben.

    • Dass der Newsletter dein eigentliches Kapital ist.

Es wäre leicht, jetzt in Panik zu verfallen oder den Kopf in den Sand zu stecken. Die Technik rast, und es ist anstrengend, Schritt zu halten. Aber ich sehe das anders. Ich glaube, für gute Coaches und Berater:innen ist das die beste Zeit überhaupt. Warum? Weil die KI den ganzen Mittelmaß-Markt bereinigen wird. Diejenigen, die nur Wissen wiederkäuen, werden ersetzt. Aber diejenigen, die Persönlichkeit, Empathie und echte, gelebte Erfahrung mitbringen, werden sichtbar. KI macht Marketing künstlicher. Und genau deshalb wird das Menschliche so wertvoll. Lass uns dafür sorgen, dass dein Marketing menschlich bleibt.


Du hast jetzt verstanden, wie ich denke. Wenn du diesen Weg weitergehen willst – skeptisch, pragmatisch und strategisch –, dann habe ich etwas für dich.

Weiterführende Ressourcen & Quellen:

Die Perspektive von Google zum Thema Content: Ein (etwas technischer, aber spannender) Einblick, wie Google „Helpful Content“ definiert.
Passend zum Thema wie verändert sich SEO: Der Artikel erklärt, wie AI-Modelle Inhalte aus Suchergebnissen ziehen, um Antworten in ChatGPT, Gemini & Co. zu generieren – und was man tun kann, um in diesen Antworten aufzutauchen: saubere technische Basis, klare Struktur, starke Entitäten, Brand & E-E-A-T und Monitoring von AI-Antworten.

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